Dieses neu gebaute Einfamilienhaus besticht nicht nur durch beste energetische Kennwerte, es wurde weitestgehend aus natürlichen Baustoffen errichtet! Das Gebäude steht auf einem Hanggrundstück, daher wurde das zum Teil im Erdreich liegene Untergeschoß aus perlitgefüllten Ziegeln und - wo nötig - Beton errichtet, während das Obergeschoß aus leimfreien Massivholzwänden, außen gedämmt mit Holzweichfaserplatten gebaut wurde.

Der Innenputz wurde passend dazu komplett mit Levita Lehmputz ausgeführt. Aufgrund der unterschiedlichen Untergründe lassen sich am Beispiel dieses Gebäudes die einzelnen Verarbeitungsschritte bis zur fertigen Oberfläche gut demonstrieren!

1. Putzvorbereitungen - Untergrund

Vor dem Verputzen wurden die Elektroinstallationen in die Wände eingebracht, also Kabel verlegt und Dosen gesetzt. Außerdem wurde die Rohinstallation für Heizung und Sanitär ausgeführt, also z.B. die Anschlüsse für Waschbecken usw. hergestellt.

Die Ziegel im Untergeschoß sind direkt zum Verputzen mit Lehm geeignet. Nur die aus statischen Gründen erforderlichen Betonbauteile wurden mit einem Kalkhaftputz überzogen. Dieser wurde mit der Zahnspachtel aufgebracht, so dass ein idealer, rauer Untergrund entstand. Alternativ hätte man beim Verputzen auch einen Kalkzement-Vorspritzer aufbringen können. (mehr zum Thema Lehm auf Mauerwerk)

Im Obergeschoß wurde Schilfrohrstuckatur als Putzträger auf die Holzuntergründe aufgebracht, denn Holz alleine wäre zum Verputzen zu glatt. Der Putz geht sonst keine mechanische Verbindung mit dem Holz ein. Das ist übrigens nicht nur beim Lehmputz so - auch alle anderen Putze haften nicht direkt auf Holz!

In den Fensterlaibungen wurden statt der Schilfstuckatur 8mm dünne Holzwolleplatten als Putzträger verwendet. (mehr zum Thema Lehm auf Holzuntergründen)

Da dieses Gebäude zum Großteil über Wandheizung beheizt wird (statt Fußbodenheizung oder Heizkörpern) mussten vor dem Verputzen auch die Wandheizungsrohre montiert werden. Unter der Vielzahl der möglichen Systeme hat sich der Bauherr für ein einfaches System aus Clipsschienen (schwarze Kunststoffschienen) und ein Kunststoff-Alu-Verbundrohr in der Stärke 14x2mm entschieden. (mehr zum Thema Lehmputz und Wandheizung)

2. Putzvorbereitungen - Verputzfirma

Nachdem die Montage der Schilfstuckatur und der Wandheizung von den Bauherren in Eigenleistung ausgeführt wurde, konnte die Verputzfirma mit den Arbeiten beginnen.

Zur Vorbereitung der eigentlichen Verputzarbeiten wurden Fenster- und Sichtholzbauteile (z.B. Sichtdachstuhl) mit Folie abgeklebt, um sie vor Spritzern zu schützen. Außerdem wurden Anputzleisten auf den Fensterrahmen montiert, um einen sauberen Anschluss zu gewährleisten. Schließlich befestigte die Verputzfirma noch Kantenschutzleisten an allen Außenkanten (hauptsächlich Fensterlaibung und Sturz), damit diese vor späteren Verletzungen geschützt waren.

Die Bauherren entschieden sich hier für Leisten mit einem engen, runden Radius, anstatt die üblichen "eckigen" zu verwenden. Die Kantenschutzleisten wurden mit einem gängigen Ansetzmörtel fixiert.

3. Lehmunterputz

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, konnte mit den eigentlichen Verputzarbeiten begonnen werden. Auf dieser Baustelle war es möglich, die BigBags mit dem fertig gemischten, trockenen Levita Lehmputz direkt mit einem Traktor über die Putzmaschine zu hängen. Die Putzmaschine wird so eingestellt, dass sie automatisch die richtige Menge Wasser zum Putz gibt und fördert dann den angemischten Lehmputz ins Gebäude.

Als erstes wurde Lehmunterputz UP2 in einer sehr dünnen Schicht als so genanter "Vorspritzer" über die Wände gezogen. Kaum angetrocknet konnte gleich die Hauptschicht aufgebracht werden - etwa 1,5cm auf den Flächen ohne Wandheizung und ca. 2,5-3cm auf den Wandheizungsflächen. Die Lehmputzschicht wurde unmittelbar nach dem Aufspritzen mit einer Latte in gleichmäßiger Dicke abgezogen.

Nach kurzem Antrocknen betteten die Handwerker ein Armierungsgewebe in die noch feuchte Oberfläche ein. Das Gewebe wurde dazu auf die Oberfläche gelegt und mit einem Holzreibbrett eingeglättet.

Das Einbetten eines Putzgewebes ist sowohl auf Flächen mit Wandheizung als auch auf Holzuntergründen generell erforderlich. Auf den Ziegelflächen ohne Wandheizung kann auf Putzgewebe verzichtet werden.

4. Zwischentrocknung

Nach dem Aufbringen des Lehmunterputz musste dieser erst Austrocknen, bevor als nächstes die Feinputzschicht aufgebracht werden konnte. Diese Trocknungsphase dauert in der Regel 2-4 Wochen, je nach Witterung, Belüftung und Beheizung der Baustelle. Generell sollte man versuchen, den Lehmputz möglichst schnell zu trocknen (Ausführliche Hinweise zur Trocknung).

Auf den Bildern ist gut zu erkennen, dass die trockenen Stellen hell werden, während die noch feuchten Stellen dunkler bleiben. Insbesondere die zur Trocknung eingeschaltete Wandheizung zeichnet sich hell ab. Der Lehmputz ist ganz ausgetrocknet, wenn er vollflächig gleichmäßig hell ist.

5. Lehmoberputz OP1

Nach dem der Unterputz komplett getrocknet war, konnte die Verputzfirma als Feinschicht etwa 4mm Lehmoberputz OP1 aufbringen. Dazu wurde der Unterputz noch mal leicht angefeuchtet und dann der Oberputz mit der Glättkelle aufgetragen. Nach kurzem Anziehen wurde die Oberfläche mit einem Schwammbrett abgerieben, so dass eine leicht körnige Oberfläche entstand. Alternativ könnte man die Oberfläche auch mit einer Glättkelle verdichten.

6. Edelputz und Malerarbeiten

Nach dem Trocknen des Lehmoberputzes (Dauer max. 1 Woche) konnte mit der Gestaltung der fertigen Oberfläche begonnen werden.

Die Bauherren entschieden sich auf einigen Flächen für Levita Lehmedelputze (ca. 2mm dicke Schicht aus farbigem Lehmputz - nicht eingefärbt sondern aus farbigen Lehmen und Sanden hergestellt). So wurde im Schlafzimmer eine Wand mit Lehmedelputz "schiefer" gestaltet. Diesem wurde etwas Glimmer beigemischt, so dass eine dezent funkelnde Oberfläche entstand. Im Wohnzimmer wurde ebenfalls eine Wand besonders gestaltet, hier kam Edelputz "champagner" mit etwas Perlmuttsand zum Einsatz.

Die restlichen Lehmputzflächen wurden größtenteils (von den Bauherren in Eigenleistung) 2 mal mit Levita Lehmfarbe in unterschiedlichen Farbtönen gestrichen. Die Lehmfarbe ergänzt den Lehmputz perfekt, denn sie versiegelt nicht die Oberfläche sondern lässt die Feuchtigkeitsaufnahme und - abgabe durch den Lehmputz zu. 

An einigen Flächen beließen die Bauherrn aber auch den Lehmoberputz mit seiner harmonischen braunen Farbe auf Sicht. Sie fixierten lediglich die Oberfläche mit einem farblosen Wandlasurbindemittel. Falls später doch eine andere Farbe gewünscht wäre, kann man diese Oberfläche immer noch überstreichen.

7. Das Ergebnis

Die Bauherren sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, die Arbeit hat sich gelohnt! Der Lehmputz und die Oberflächengestaltung geben dem Haus eine behagliche Atmosphäre und das Raumklima ist hervorragend!

Das Raumklima wird sogar ungefragt von Gästen gelobt, die zum ersten mal das Haus betreten. Außerdem sind viele erstaunt, dass das Haus nicht den typischen "Neubaugeruch" nach diversen Chemikalien aufweist!

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