Was ist eigentlich Lehm?

Lehm ist eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton. Die verschiedenen Lehmvorkommen unterscheiden sich durch Mischungsverhältnis, Korngrößen und -formen der Mineralien und die Art des Tones. Dieser fungiert als Bindemittel im Lehm. Lehm mit hohem Tonanteil wird daher als „fett“ bezeichnet, ein geringer Tonanteil als „mager“.

Nicht alle Lehme sind als Ausgangsbasis für gute Lehmbaustoffe geeignet - es kommt auf die richtige Zusammensetzung aus passenden Tonen, Schluff und Sand an. 

Warum Lehm als Baustoff?

Baustoffe aus Lehm haben viele positive Eigenschaften, die sie zum idealen Material für hochwertige, ökologische Neubauten und Sanierungen machen!

Lehm reguliert die Raumluftfeuchte

Lehm ist in der Lage große Mengen an Luftfeuchtigkeit schnell aufzunehmen, zu speichern, und später langsam wieder abzugeben (Sorptionsfähigkeit). So wird im Raum anfallende Feuchtigkeit zum Beispiel beim Kochen, Duschen oder auch aus der Atemluft gepuffert. In Räumen in denen ausreichend Lehm verwendet wurde, liegt die relative Luftfeuchtigkeit in der Regel in einem für den Menschen idealen Bereich von 45 - 55%. So wird ein unvergleichlich angenehmes Wohnklima geschaffen, das zugleich optimal für Ihre Gesundheit ist. Denn bei ca. 50% Luftfeuchtigkeit wird das Austrocknen der Schleimhäute verhindert, wodurch Erkältungen und Grippalen Infekten vorgebeugt wird.  Lehm reguliert also die Raumluftfeuchtigkeit. Gleichzeitig ist er sehr diffusionsfähig.

Am wirkungsvollsten sind Lehmputze dann, wenn sie in direktem Kontakt zur Raumluft stehen - daher sind Lehmputze und Lehmbauplatten zur Wandverkleidung die häufigste Anwendungsformen.

Ausführlichere Infos zur Feuchteaufnahme...

Lehm konserviert Holz

Da Holz beim Einbau mehr Feuchtigkeit enthält als trockener Lehm, entzieht er angrenzendem Holz die Feuchtigkeit und konserviert es so. Denn Pilze und Schädlinge können Holz erst ab einem bestimmten Feuchtegehalt zusetzen. Durch die Kombination der beiden Materialien können Fachwerkhäuser mehrere Jahrhunderte überdauern – aber auch moderne Holzbauten profitieren davon.

Lehm speichert Wärme und schützt vor Schall

Als schweres Material mit hoher Rohdichte kann Lehm nicht nur vor Schall schützen sondern auch Wärme sehr gut speichern. Dadurch halten Lehmwände das Haus im Sommer lange kühl. Im Winter speichern Sie die Energie der tief stehenden Sonne die tagsüber durch die Fenster scheint und strahlen sie später an den Raum ab. Somit hilft Lehm beim Energiesparen - durch passive Nutzung der Sonnenergie.

Lehm neutralisiert Schadstoffe und Gerüche

Durch ihre sehr große Oberfläche können die mikroskopisch kleinen Tonminerale im Lehm Schadstoffe und Gerüche aufnehmen und neutralisieren. Somit reinigt Lehm die Luft und trägt auch so zu einem gesunden und angenehmen Raumklima bei. Außerdem schirmt er sogar einen gewissen Teil an elektromagnetischer Strahlung ab.

Lehm ist natürlich und ökologisch

Nicht zuletzt ist Lehm auch ein idealer ökologischer Baustoff. Er kommt nahezu unbegrenzt in der Natur vor, kann mit sehr geringem Energieaufwand und ohne chemische Zusatzstoffe zu Baumaterialien aufbereitet werden und ist vollständig recycelbar.

Lehm ist kreativ und einfach

Lehm lässt sich sehr gut formen. Durch verschiedene Arbeitsweisen und Werkzeuge lassen sich mit demselben Material oft unterschiedlichste Oberflächenstrukturen erzeugen. Lehm lädt geradezu zum kreativen Arbeiten ein. Gerne werden mit Lehm runde, organische Oberflächen gestaltet, aber auch geradliniges, kantiges Bauen ist natürlich möglich.

Durch unsere modernen, fertig gemischten Lehmbaustoffe wird die Verarbeitung selbst für Laien recht einfach. Mit ein wenig Übung lassen sich auch ohne besondere Werkzeugausstattung tolle Oberflächen erzielen und individuelle Wohnträume verwirklichen.

Lehm ist wiederverwendbar

Ungebrannter Lehm ist jederzeit und unbegrenzt wieder verwendbar, da er nicht hydraulisch abbindet, sondern lediglich austrocknet. Lehm ist also nicht wasserfest, weswegen man ihn in Europa in der Regel nur im Innenbereich verwendet. Trockenen Lehm braucht man nur zu zerkleinern und mit Wasser wieder anrühren, schon kann er wieder verwendet werden. Somit belastet er niemals die Umwelt als Bauschutt.

So kann z.B. reiner Lehmputz auch nach Jahrzehnten noch von der Wand geklopft, frisch mit Wasser aufgemischt und dann wieder als neuer Verputz verwendet werden!