Die Kombination von Lehmputz und Wandheizung ist ideal, denn hier werden die positiven Eigenschaften von beiden Systemen optimal vereint, es entsteht ein sehr gutes und behagliches Raumklima. Der Lehmputz sorgt unter anderem für eine ausgewogene Raumluftfeuchte, während die Wandheizung den Raum mit angenehmer Strahlungswärme versorgt. Der Lehmputz wird von den Wandheizungsrohren erhitzt und strahlt die Wärme in den Raum ab.

Diese Art der Beheizung ist für den Menschen besonders angenehm und gesund. Gleichzeitig ist sie auch energiesparend, da durch die etwas höheren Oberflächentemperaturen der Raum auch bei niedrigerer Lufttemperatur schon als warm empfunden wird, als bei einer Konvektionsheizung mit Heizkörpern. Außerdem sind Wandheizungen in der Regel Niedertemperatursysteme, die auch gut mit solarer Heizungsunterstützung oder Wärmepumpen betrieben werden können.  

Untergründe

Als Untergründe für die Kombination von Lehmputz und Wandheizung sind generell alle Materialien geeignet, die für den dickschichtigen Einsatz von Lehmputz geeignet sind, also z.B. Mauerwerk, Holzuntergründe, OSB,  Beton sowie viele Innendämmplatten (siehe auch Innendämmung). Nicht geeignet sind Werkstoffe, auf denen nur mit einem Dünnschichtputzsystem gearbeitet werden kann wie z.B. Gips- oder Gipskartonplatten.

Bei Untergründen, auf denen ein Putzträger erforderlich ist, ist der Putzträger VOR Montage der Wandheizung aufzubringen (z.B. Schilfstukkatur auf Holzuntergründen).

Wandheizungssysteme

Es gibt eine Vielzahl an Wandheizungssystemen.

Am gängigsten ist die Montage von Kunststoffschienen, in welche anschließend das Wandheizungsrohr eingeclipst wird. In der Regel handelt es sich dabei um Kunststoff-Alu-Verbundrohre. Ebenso gibt es aber auch komplette Register, die zum Beispiel auf einem Metallgitter montiert sind und als Gesamtes an der Wand befestigt werden. Auch die Befestigung mit Schellen ist gängig.

Eine weitere Alternative ist die sogenannte Hüllflächentemperierung, bei der bei einer etwas höheren Vorlauftemperatur Kupferrohre eingesetzt werden.

Die Kombination all dieser Systeme mit Lehmputz ist in der Regel problemlos möglich, im Zweifel empfehlen wir das Anlegen einer Probefläche.

Generell ist das Wandheizungssystem vor Verputz mit dem vorgeschriebenen Prüfdruck abzudrücken. Der Verputz soll unter Betriebsdruck erfolgen.

1. Putzlage - Lehmunterputz UP2

Als erste Lehmschicht wird Lehmunterputz UP2 in einer Stärke von in der Regel ca. 25-30mm mit der Kelle oder der Putzmaschine aufgetragen. Der Putz muss dabei die Wandheizungsrohre gut umschließen und soll die Wandheizungsrohre etwa 5mm überdecken.

Ist ein stärkerer Auftrag erforderlich (z.B. zum Ausgleichen von Unebenheiten), so werden mehrere Schichten mit einer Dicke von jeweils max. 30mm aufgetragen. Die Einzelschichten müssen dabei jeweils abgetrocknet sein, bevor eine weitere Schicht aufgetragen werden kann.

Bei Wandheizungen muss grundsätzlich ein Putzgewebe aus gestärkter Jute oder Glasseide eingebettet werden. Das Putzgewebe muss dabei im äußeren Drittel des Unterputzes liegen und an den Stößen gut überlappt werden.

Tipp: Unterputz an der Oberfläche etwas anziehen lassen, Putzgewebe auflegen und mit der Glättkelle in die Oberfläche einreiben. Die Putzschicht so trocknen lassen.

Zwischentrocknung

Vor dem weiteren Verputzen ist es nun wichtig, dass der Unterputz komplett austrocknet, bevor die nächste Schicht aufgetragen wird. Dazu wird am besten die Wandheizung aufgeheizt! So kann die Trocknung deutlich beschleunigt werden und der Putz eventuell beim Aufheizen auftretende Spannungen durch Rohrdehnung aufnehmen.

Die Trocknung dauert je nach Witterung, Trocknungsmöglichkeit, Schichtstärke und weiteren Feuchtigkeitsquellen auf der Baustelle circa 2-4 Wochen. Eine Lehmputzschicht ist trocken, wenn sie eine einheitliche helle Farbe aufweist, wie das trockene Ausgangsmaterial. Auch Randbereiche ohne Wandheizungsrohr müssen gut durchgetrocknet sein.

2. Lage - Lehmoberputz OP1

Die trockene Unterputzschicht ist zunächst gut vorzunäßen. Dann wird Lehmoberputz OP1 mit einer Stärke von 3-5mm  mit der Glättkelle aufgetragen.

Nach dem der Oberputz angezogen hat, die Oberfläche aber noch plastisch ist, erfolgt die Oberflächenbehandlung. Wird die Oberfläche mit dem Schwammbrett bearbeitet, bildet sich eine leicht körnige Struktur aus. Wird sie hingegen mit der Glättkelle oder japanischen Kellen verdichtet, entsteht eine sehr glatte, kompakte Oberfläche. Ebenso ist aber auch eine Waschlputzoberfläche möglich, indem man den Oberputz mit einer Mauererbürste bearbeitet.

Oberflächengestaltung

Nach dem Abtrocknen des Oberputzes ist die Oberfläche mit einem weichen Besen abzukehren, um leicht lösliche Sandanteile zu entfernen.

Danach kann die Oberfläche mit einem Wandlasurbindemittel fixiert werden, wenn eine "rohe" braune Oberfläche gewünscht wird.

Soll die Oberfläche weiß oder farbig werden, so kann sie mit diffusionsoffenen Farben gestrichen werden. Atmungsaktivität ist wichtig, da sonst die positiven Eigenschaften des Lehms reduziert werden.

Ideal ist ein Anstrich mit der Levita Lehmfarbe oder dem Levita Lehmstreichputz, da diese auf das Putzsystem abgestimmt sind und die Lehmeigenschaften voll zur Geltung kommen.

Reine Kalk- und Kalkcaseinfarben sind ebenfalls gut geeignet.

Statt einem Anstrich kann man die Oberfläche auch mit einem weißen oder farbigen Lehmedelputz überziehen. Damit sind ganz besondere Oberflächen, z.B. durch Beimischen von Glimmer oder Perlmutt möglich.

Hinweis

Der vorgestellte Aufbau und die einzelnen Arbeitsschritte sind vereinfacht und nicht als lückenlose technische Anleitung zu verstehen. Es sind die geltenden technischen Datenblätter und allgemeine Bauvorschriften zu beachten. Lehmputz erfordert handwerkliches Geschick und Erfahrung, ist aber auch für den interessierten Laien erlernbar. In unseren Seminaren zeigen wir Ihnen wie es geht.

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Die gängigste Art Lehm in den Raum zu integrieren ist als Lehmputz. An Wand und Decke aufgebracht kann Lehmputz das Raumklima optimal beeinflussen, da er direkt an die Raumluft grenzt. Gleichzeitig kommt das Material auch optisch voll zur Geltung. Je nach Verarbeitung und Gestaltung lassen sich unterschiedlichste ästhetische Oberflächen erzielen – von gleichmäßig glatt bis plastisch modelliert, ob organisch runde Ecken oder klare Kanten, mit Lehm ist alles möglich.

 

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