Lehm Eigenschaften

 Wie härtet Lehm aus?

Lehm härtet einfach durch Trocknung an der Luft aus. Seine Endhärte erreicht er, wenn das Anmachwasser wieder vollständig ausgetrocknet ist. Diesen Vorgang nennt man „physikalische“ Trocknung, im Gegensatz zur „chemischen Trocknung“ bei anderen Bindemitteln wie Zement oder Gips, die einen Teil des Anmachwassers chemisch einlagern. 

 Ist Lehm verträglich für Allergiker?

Lehmbaustoffe sind in der Regel für Allergiker sehr gut geeignet, denn Lehm enthält keine allergenen Stoffe und ist sehr gut verträglich. Bei Levita Lehm gibt es eine Volldeklaration auf allen Produkten, so dass Sie jederzeit überprüfen können ob Sie eine Allergie auf einen der weiteren Inhaltsstoffe haben. Bei Bedarf stellen wir auch kleine Materialproben zur Verfügung, so dass Kunden testen können ob sie irgendwie darauf reagieren.

 Kann man mit Lehm dämmen?

Lehm alleine, bzw. schwere Lehmbaustoffe wie der normale Lehmputz oder Lehmbauplatten sind gute Wärmeleiter und somit erst einmal als Dämmstoff nicht geeignet. Bessere Wärmedämmeigenschaften haben sogenannte Leichtlehmmischungen, z.B. Lehm mit einem hohen Anteil an z.B. Strohhäckseln, Holzfasern oder Blähglasgranulat. Diese reichen allerdings noch immer nicht an die Dämmwerte moderner Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf, Jute oder Holzweichfaserplatten heran. Um mit möglichst geringen Aufbaustärken eine gute Dämmwirkung zu erzielen, empfiehlt sich die Kombination eines reinen Dämmstoffs mit Lehm. Man kann z.B. Wände innenseitig mit Holzweichfaserplatten dämmen und anschließend mit Lehm verputzen. So lassen sich die Materialeigenschaften am Besten kombinieren – ein guter Dämmstoff für die Dämmwirkung und Lehmputz für gutes Raumklima.

 Ist Lehmputz wärmedämmend?

Lehmputz nimmt Wärme auf, speichert sie und gibt sie zeitversetzt wieder ab. Die meisten Lehmbaustoffe, wie z.B. Lehmputze und Lehmbauplatten, aber auch Lehmziegel oder Stampflehmelemente sind aufgrund Ihrer hohen Rohdichte von ca. 1800kg/m³ sehr gute Wärmespeicher. Diese Eigenschaft kann man sich zu Nutze machen, indem man z.B. Grundöfen mit Lehm verputzt, um eine möglichst lange Wärmeabgabe zu bewirken. Auch Lehmöfen z.B. zum Brotbacken funktionieren nach dem Prinzip, dass sie die Wärme nach Erlöschen des Feuers möglichst lange halten. Lehmbaustoffe verleihen dem Gebäude eine erhöhte Wärmespeichermasse und verlangsamen so im Winter das Auskühlen des Gebäudes. Umgekehrt kann man z.B. durch die bewusste Planung einer „Speicherwand“ die Energie der tief stehenden Wintersonne aufnehmen. In den Abendstunden und nachts gibt die Wand die Wäre wieder in den Raum ab. Man spricht hierbei von passiver Solarenergienutzung. Als “Dämmstoff” oder “Dämmputz” kann man Lehmputz alleine nicht bezeichnen, aber man könnte ihn mit einem Dämmstoff kombinieren, wie zum Beispiel Holzweichfaserplatten.

 Ist Lehm radioaktiv?

Lehmbaustoffe haben wie alle mineralischen Baustoffe, also alles was Sand, Gestein oder auch Kalk oder Zement enthält, eine sehr geringe natürliche Strahlung. Diese äußert sich in der Abgabe von geringsten Mengen der Gase Radon und Thoron. Dabei handelt es sich um leichtflüchtige Gase, die ganz einfach abgelüftet werden können. Unsere Levita Lehmbaustoffe wurden auf diese natürliche Radioaktivität hin geprüft und für völlig unauffällig und ungefährlich befunden. Bereits bei sehr geringen Luftwechselraten, die man aus hygienischen Gründen in Wohnräumen sowieso einhalten sollte, werden die Gase abgelüftet. Hinsichtlich der Strahlung deutlich auffälliger als Lehm sind z.B. viele Fliesen, Natursteine, aber auch bestimmte Sande und Kiese (z.B. für Betonbauteile).

 Nimmt Lehm Schadstoffe und Gerüche auf?

Durch ihre sehr große spezifische Oberfläche können die mikroskopisch kleinen Tonminerale im Lehm Schadstoffe und Gerüche aufnehmen.Untersuchungen zeigen, dass Lehmputze unter bestimmten Bedingungen bestimmte Luftverunreinigungen aufnehmen bzw. reduzieren können. So wurde beispielsweise eine Reduzierung von Ozon und anderen Schadstoffen in Innenräumen nachgewiesen.
„Heilerde“ oder Tonerde sind z.B. auch Lehm- bzw. Tonprodukte, die zur Entgiftung innerlich (durch Einnahme) oder äußerlich (z.B. Lehmmaske oder Fango) verwendet werden. Auch manche Tierarten fressen Lehm, um gezielt Schadstoffe im Körper zu binden und auszuscheiden. 

 Wie verhält sich Lehm im Brandfall?

Lehm ist unbrennbar und hervorragend für den Brandschutz geeignet. Lehmputz mit bis zu 1% Faseranteil wird in die Baustoffklasse A1 (unbrennbar) kategorisiert. Im Brandfall nehmen Lehmbaustoffe sogar Energie aus dem Feuer, denn Sie werden zum Ziegel gebrannt. Falls Sie Fragen zu geprüften Brandschutzaufbauten haben, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf!

 Wie fest ist ein Lehmputz?

Levita Lehmputz ist fester als handelsübliche Gipsputze und vergleichbar mit anderen Innenputzarten. Levita Lehmputze erfüllen alle die Festigkeitsklasse SII laut Lehmputznorm DIN 18947 und sind somit für den Gebrauch in Wohn- und Büroräumen bestens geeignet. Auch das Einschlagen von Näglen, oder das Bohren ist kein Problem. Tipp: beim Bohren sollte die Schlagfunktion ausgeschaltet werden.